
Erdhaus |
Das Erdhaus war eine in den Boden versenkte, mit Erde
abgedeckte Behausung, welches sich in seiner Bauart je nach
Region etwas unterschied.
In der Kuppel befand sich eine Art Entlüftungsvorrichtung.
Der Grundriss war meistens rund. Die Eingänge gestalteten
sich unterschiedlich, zum Teil über das Dach oder wie auf dem
Bild vorn, aber auch tiefer gelegen als der Hüttenboden, um
einen Wärmeverlust zu verhindern. Genutzt wurde das Erdhaus
z.B. von den Mandan und Hidatsa (sie waren groß genug, um die
Lieblingspferde der Bewohner mit hineinzunehmen), von einigen
Stämmen des Grossen Beckens und des Südwestens, dort aber
nur im Sommer. |

Chickee-Hütte |
Dieses laubenartige Haus, das typisch für die Seminolen
war, wurde auf Pfählen errichtet und besaß keine Wände,
dafür ein nach oben zugespitztes, mit Palmblättern
abgedecktes Dach. Im Innern befand sich über dem Boden eine
Plattform, auf der die Bewohner aßen, schliefen und
arbeiteten. Reiche Familien bewohnten mehrere Häuser. Auf
Pfählen wurden ebenfalls Speicher für Lebensmittel
errichtet. |

Grashütte |
Die kuppelförmige Grashütte (Wickiup) bestand aus einem
Gerüst aus biegsamen Ästen, das man mit geflochtenen Matten
aus Gras abdeckte. Sie wurde von den Stämmen in den
Halbwüsten von Arizona und Nevada benutzt, z.B. von den
Apachen und stellte eine der einfachsten Wohnformen
Nordamerikas dar. |
Balkenkonstruktion eines Hogans |
Das Hogan ist die typische Wohnform der Navjos. Es besteht
meist aus Baumstämmen, seltener aus Steinen, ist in seiner
Form überwiegend 8-eckig und mit Lehm abgedichtet. Es hat ein
kuppelförmiges Dach, das mit Erde abgedeckt ist und über
einen Rauchabzug verfügt. Die durchschnittliche Größe eines
Hogans beträgt ca. 6 m. |

Langhaus |
Das Langhaus ist die typische Wohnform der Irokesen, in dem
mehrere Familien einer Sippe lebten. Es hatte eine
Giebeldachform und konnte bis zu 50m lang sein. In der Mitte
war ein Gang mit mehreren Feuerstellen und zu beiden Seiten
des Ganges befanden sich einzelne abgetrennte Bereiche für
jeweils eine Familie, die entweder östlich oder westlich
lagen. Mehrere Langhäuser, umgeben von Palisaden bildeten ein
Dorf. Es gab an der Atlantikküste auch Langhäuser mit
Tonnendach ohne Mittelgang und bei den Kutenai u.a. Stämmen
des Plateaus im Nordwesten der USA 50m lange Langhäuser mit
Zelt- oder Dachcharakter. |

Plankenhaus |
Das Plankenhaus war die Behausung der Bewohner der
Nordwestküste. Es bestand aus einer Reihe zentraler
Stützbalken für die mächtigen Dachträger. Der Fußboden
des Hauses war meist terrassenförmig in 2 Stufen vertieft
angelegt, wobei sich die obere Terrasse auf gleicher Höhe des
Erdbodens befand. Diese Giebeldachhäuser waren reihenförmig
dem Meer zugewandt. Vor diesen oft 15m mal 10m großen (es
soll allerdings Häuser gegeben haben, in denen bis zu 300
Menschen gelebt haben), fensterlosen Häusern standen die für
dieses Gebiet charakteristischen, aus Holz geschnitzten
Totempfähle. Bewohnt wurden diese Häuser von den Stämmen
der Haida, Nootka, Tlingit u.a. |

Pueblo |
Von dem Pueblo zu sprechen ist wahrscheinlich falsch
höchstens von dem Pueblodorf. Es besteht aus mehreren
terrassenartig gestaffelten, schachtelförmig übereinander
gebauten Häusern aus Steinen, Lehm, Holz oder Adobe, die
freistehend oder der natürlichen Felslandschaft angepasst
sein können. Fundamente gibt es nicht, die Steinwände werden
direkt auf dem Boden aufgelegt. Die Dächer bestehen aus
Baumstämmen, kombiniert mit Schichten aus dünnen Hölzern,
Gras und Lehm. Der Eingang in Form einer Luke befindet sich
auf dem Dach (diente auch als Rauchabzug und Lichtzufuhr) und
ist nur über eine Leiter erreichbar. Nachts werden diese
Leitern zum Schutz hochgezogen. Bei den alten Pueblos gab es
ursprünglich keine Fenster und Türen, erst in jüngster Zeit
wurden sie nachträglich eingebaut. Pueblodörfer sind typisch
für den Südwesten. Puebloindianer sind z.B. die Hopi, Zuni
und Tano. |

Tipi |
Das Tipi ist natürlich die Behausung der nomadisierenden
Stämme der Plains (Lakota, Blackfeet, Crow u.a.), aber auch
die vorübergehende, sommerliche Wohnform der halbsesshaften
Stämme der Prärie (Arikara, Omaha, Osage u.a.). Das Tipi ist
ein kegelförmiges Stangenzelt, bestehend aus einem Gerüst
aus schmalen Baumstämmen und einer Plane aus Leder, die
später durch Leinenplanen ersetzt wurde. Der Durchmesser
konnte von bescheidenen 4m (Jagdtipi) bis zu 10 oder 12m
differenzieren. An der Spitze befanden sich Rauchklappen
für den Abzug des Rauches. Verankert wurde die Plane auf der
Erde mit Pflöcken oder Steinen. Fast in der Mitte des eher
ovalen Tipis, unterhalb der Rauchklappenöffnung, wurde die
die Feuerstelle ausgehoben. Der Eingang zeigte immer nach
Osten, der aufgehenden Sonne entgegen. Oft bemalte man die
Außenwände kunstvoll. |
 
Wigwam |
Das Wigwam ist im eigentlichen Sinne das Wort für Behausung
aus der Sprache der Algonkin. Es konnte ein
kegelförmiges Zelt sein, das mit Birkenrinde (z.B. Cree)
oder wenn keine Rinde zur Verfügung stand, mit Häuten
(Kutschin) abgedeckt war. Es konnte aber auch eine
kuppelförmige Hütte (wie auf dem Bild links) sein, die
ebenfalls mit Matten aus Birkenrinde, Binsen oder Planen aus
Häuten errichtet wurde (z.B. Winterhütte der Sauk und
Fox). Vorbilder des kuppelförmigen Wigwams sind
wahrscheinlich die Iglu der Innuit (Eskimo). In der Abenteuer-
und Indianerliteratur ist das Wort Wigwam der Einfachheit
halber, oder auch aus Unkenntnis für alle Wohnformen
verwendet worden. |
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