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A

Begriff Erläuterung
Anorak Oberbekleidungsstück der Inuit (Eskimo). Bezeichnung stammt aus ihrem Dialekt. Eine Jacke aus Fell, meistens Karibu, welche an den Seiten zusammengenäht war, mit großen Kapuzen, in denen die kleinen Kinder getragen wurden. So wie der Name wurde auch das Kleidungsstück für Europa übernommen. Es ist heute eine aus wasser- und windsicherem Material hergestellte Wintersportjacke, die mit wärmedämmendem Material auf der Innenseite gefüttert ist.
Akicita Gesellschaftliche "Verbände" bei den meisten Plains- und Präriestämmen, die eine Art Polizeifunktion hatten. Manchmal waren es Kriegergesellschaften, die fortwährend diese Funktion innehatten, manchmal wechselten sich die Kriegerbünde ab, allerdings bestand nicht immer ein Zusammenhang zwischen Akicitas und Kriegerbünden bzw. -gesellschaften. Die Aufgaben der Akicitas reichten von der Organisation der Büffeljagden über den reibungslosen Ablauf bei der Wanderung zu neuen Lagern oder manchmal die Ahndung von Straftaten bis hin zur Durchsetzung der Beschlüsse des "Stammesrates". Obwohl die Akicitas über bestimmte Vollmachten verfügten, waren sie keine Institution, um die Machtbefugnisse einiger weniger durchzusetzen.

 

B

Begriff Erläuterung
Bandana Farbiges Halstuch, das vornehmlich von den Cowboys mit dem Knoten nach hinten benutzt wurde, um das Gesicht abzuwischen oder um Mund und Nase vor Sand- und Staubstürmen zu schützen. Es wurde später auch von indianischen Viehhirten übernommen.
Bilderschrift Eine frühe Art der Schrift, die Informationen, vor allem über Ereignisse durch Zeichen, abstrakte figürliche Darstellungen oder Symbole ersetzt. Bildersprachen waren und sind in der ganzen Welt vorhanden, aber in Amerika waren sie am meisten verbreitet. Dabei spielte der Schriftuntergrund keine Rolle, es wurde auf Leder gemalt, auf Fels- und Höhlenwände, auf Stoffe und andere Materialen. Sehr bekannt wurden die Winterzählungen (Winter counts) einiger Stämme der Plains, die eine Art "Jahreskalender" oder "Stammeschronik" auf Lederdecken darstellten. Die wichtigsten Ereignisse eines Jahres wurden im Winter in abstrakter piktografischer Art in eine aufwärts laufende Spirale gemalt.

 

C

Begriff Erläuterung
Calumet Kalumet: Friedenspfeife, zumeist langrohrige Tabakspfeife, die vornehmlich zur Bekräftigung von Friedensabschlüssen geraucht wurde. Der Name ist abgeleitet vom frz. chalumeau = Rohr, Flöte, Pfeife. Es ist häufig mit bunten Federn oder/und Skalps und Perlen geschmückt. Der Pfeifenkopf bestand aus Catlinit . Neben dieser Funktion hatte das Calumet noch andere Bedeutungen, so z. B. als Ausweis für Gesandte oder bei zeremoniellen Anlässen.
Catlinit Roter aluminium- und silikathaltiger Tonschiefer, der leicht zu bearbeiten ist, solange er "frisch" ist und sich deshalb gut für Schnitzereien eignet. Bekannt wurde dieser Ton durch seinen Verwendungszweck bei den Indianern, die sich daraus ihre Pfeifenköpfe herstellten. Benannt  wurde der Stein nach dem heute berühmten Indianermaler George Catlin (1796-1872), der 1836 den heiligen Pfeifensteinbruch in Pipestone im Südwesten Minnesotas besuchte und als erster ausführlich darüber schrieb.

 

D

Begriff Erläuterung
Desperado Ein Mensch, der sich durch seine gesetzwidrigen Handlungen, wovon es im wilden Westen in der Konfrontation zwischen Indianern und weißen Siedlern sehr viele gab, außerhalb der gesellschaftlichen Normen verhielt. Ein Desperado wird deshalb auch zuweilen als Outlaw bezeichnet.
Delaware Stamm der Indianer der Waldlandkulten bzw. des Nordostens, der zur Sprachgruppe der Algonkin gehört, einer der größten Sprachfamilien Nordamerikas. Wie so oft bei den Stammesnamen bezeichneten sich die Delawares selbst als die wahren Menschen, in diesem Falle Lenni Lenape. Die Delaware waren Bodenbauer, die im Tal des gleichnamigen Flusses, sowie an der Atlantikküste in Clanverbänden lebten. Ihre Wohnform war das Langhaus. Nach der Ankunft der Europäer schlossen sich die bis dahin weitgehend einzelnen Siedlungen der Delaware zu einem politischen Stammesverbund zusammen. Trotzdem wurden sie 1690 von den Irokesen besiegt und zogen sich in Richtung Westen zurück. 1789 begann ihre Zwangsumsiedlung, die nach mehreren Etappen für die Mehrzahl 1867 in Oklahoma endete, wo heute noch die meisten der ca. 2000 Delawares leben.

 

E

Begriff Erläuterung
Eskimo In der nordamerikanischen Arktis lebende Bevölkerung, die nicht den Indianern zuzurechnen ist. Der Name Eskimo geht auf ein Schimpfwort aus der Sprache der Algonkin zurück, die dieses Volk Eskimatsi oder Ashkimeq nannten, was in ihren verschiedenen Dialekten "Rohesser" bedeutet. Er bezieht sich auf die Sitte, rohen Fisch zu essen, der besonders proteinreich ist. Sie selbst bezeichnen sich als Inuit , was in unserer Sprache "Menschen" heißt. Sie leben von der Jagd auf im Wasser lebende Säugetiere wie Seehunde, Wale und Walrosse und vom Fischfang. Einige Binnenland-Eskimos jagten Karibus, ausgestattet wie ihre Nachbarn -die Indianer- mit Pfeil und Bogen. Die Kultur der Eskimos reicht bis etwa 2000 v.u. Z zurück. Sie sind die Zuletztgekommenen der großen asiatisch-amerikanischen Wanderungen, wovon noch heute ihre überwiegend einheitliche Sprache kündet. Ihre wichtigsten Fortbewegungs- bzw. Transportmittel sind Boote und Hundeschlitten. Die Hunde der Inuit, von den Weißen "Huskies", "Raustimmige", genannt, sind wollige, kurzschnäuzige, muskulöse Tiere zwischen Spitz und Chow-Chow, die bei guter Ernährung bis zu 150 km pro Tag zurücklegen können. Nicht alle Inuit leben in den uns bekannten Iglus. Die Inuit von Alaska z.B. haben niemals Schneehäuser gebaut, sondern bauten sich an ihren Fangplätzen Häuser aus Treibholz oder Walknochen, die sie mit Erdschollen bedeckten und zuschneien ließen. Das Haus des AlŽuteneskimo ist halbunterirdisch in die Erde eingegraben und auf dem oberen Teil ebenfalls mit rasenähnlichen Erdschollen bedeckt. Seitlich führt eine Leiter ins Innere hinein.
Everglades Lebensraum der Indianer, vornehmlich der Seminolen, nach der Ankunft der Spanier und später Amerikaner. Die Everglades sind ein unwegsames (viele behaupten ungesundes) Sumpfgebiet im Süden Floridas. Bekannt wurden die Everglades durch den Freiheitskampf der Seminolen und ihres Häuptlings Osceola. Nach mehreren Kämpfen, die 1858 mit dem Tod Osceolas endeten, wurde der Großteil der Seminolen nach Oklahoma "umgesiedelt". Bis 1930 konnten sich allerdings kleine Gruppen der Seminolen in den Everglades verstecken und zogen erst nach dem Friedensschluß mit der US-Regierung in mehrere kleine Reservate um.

 

F

Begriff Erläuterung
Fort In Nordamerika die Bezeichnung für eine Garnison, die für Kriegszeiten mit Palisaden und Wachtürmen umgeben war. Mit der rasch voranschreitenden Entwicklung, Eroberung und Besiedlung des Westens bestanden die Forts meist nur aus weiträumig auseinander liegenden Gebäuden ohne Wehrzäune. In den Forts war meistens Kavallerie stationiert. Im Freiheitskampf der Indianer spielten sie als Handels- und Kommunikationszentren eine wichtige Rolle. Im Jahre 1869 wurden in den USA 255 Forts gezählt; 1892 gab es noch 96, wobei sich davon 63 westlich des Mississippi befanden. Eines der bekanntesten Forts der amerikanischen Geschichte ist Fort Laramie, bekannt wohl auch dadurch, dass dort im Jahre 1868 ein Friedensvertrag abgeschlossen wurde, der den Red Cloudīs Krieg beendete. Die heute 334 ha große Befestigungsanlage und ehemals wichtige Pelzhandelsniederlassung liegt nahe der Mündung des Laramie River in den North Platte River im US-Bundesstaat Wyoming.
Fünf
Zivilisierte
Stämme
Bezeichnung für 5 Stämme des Südostens. Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Creek und Seminolen hatten sehr früh Kontakt zu den weißen Siedlern und passten sich, unabhängig voneinander, relativ schnell deren Lebensweise an. Sie entwickelten eine andere Landwirtschaft als bisher, hatten eigene Bildungsstätten und der Cherokee Sequoya entwickelte 1809 sogar eine Schrift und 1828 erschien die erste Zeitung "The Cherokee Phoenix". Trotz dieser "zivilisierten" Art blieben auch diese Stämme nicht von der Vertreibung aus ihrem eigenen Land verschont, da der weiße Mann wieder einmal Land brauchte. 1814 kam es zum Krieg zwischen Stämmen der 5 zivilisierten Stämme und der US-Regierung, der 1831 mit der Zwangsumsiedlung in das Indianerterritorium endete. Die Cherokee wurden im Winter 1838/39 unter schlimmsten Bedingungen nach Oklahoma deportiert. Von den etwa 18 000 Indianern überlebten nur ca. 4000. Später erhielt diese Zwangsumsiedlung den bezeichnenden Namen "Zug der Tränen". Diese 5  Stämme schlossen sich in Oklahoma im Indianerterritorium zu einer Konföderation zusammen, die dann als die Fünf Zivilisierten Stämme bekannt wurden.

 

G

Begriff Erläuterung
Geistertanz Geistertanz; Ghost Dance -bedeutenstes Element  der religiösen "Geistertanz-Bewegung" der  Plains- und Prärieindianer Ende des 19. Jahrhunderts. Diese Zeremonie, die von dem Paiute-Prophet Wovoka ins Leben gerufen wurde, sollte mit religiösen Mitteln (z.B. das gemeinsame Tanzen zu speziellen Liedern und das Tragen besonderer Kleidung wie "kugelsichere" Hemden und Mokassins mit vollbestickter Sohle) die Rückkehr des Büffels und die Vertreibung des Weißen ermöglichen. Die US-Regierung sah in dieser Geistertanzbewegung eine Art des indianischen Widerstandes und verbot ihn im Jahre 1890. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes über die Freiheit  indianischer Religionen 1978 wurde den Indianern offiziell die Durchführung dieses Geistertanzes wieder gestattet.
Gaucho Äquivalent des Cowboys in Südamerika. Gaucho bezeichnet einen berittenen Viehhirten in den Pampas, der meistens indianischer Abstammung ist.

 

H

Begriff Erläuterung
Heiler Bezeichnung für medizinische Experten, die sich sowohl mit der Diagnose als auch mit der Behandlung von Krankheiten befassen, wobei es Spezialisierungen für Mensch oder Tier und für bestimmte Krankheiten wie z.B. Schusswunden, Knochenbrüche oder auch im Sinne der "Geburtsmedizin" gibt. Sie sind Träger der "Heilmedizin" und beziehen in ihre Arbeit psychische, spirituelle, soziale und ökonomische Aspekte mit ein. Der Ausdruck Medizinmann oder -frau ist sehr allgemein und wird fälschlicherweise oft mit Schamanen, Priestern oder Zauberer in Verbindung gebracht. Die Tätigkeit eines Heilers oder Heilerin ist selten "hauptamtlich".
Haartrachten Eigentlich nur bis zu einem  gewissen Grad vom Geschmack des Trägers bestimmt, unterlagen sie jedoch weitgehend der Stammesspezifik oder zeremoniellen Funktionen (siehe die Haarschnecken als Jungfrauenfrisur bei den Hopi). Dabei gab es auch Modeerscheinungen, wobei Zöpfe in allen Variationen eine besondere Rolle spielten. Männer trugen das Haar meist auffälliger als Frauen, wobei wohl bei den Frauen auch eher praktisch gehandelt wurde, wenn sie das Haar in schlichten Zöpfen trugen, damit es z.B. nicht "ins Essen hängt".

 

I

Begriff Erläuterung
Indianersommer Indian Summer ist die Bezeichnung für eine Schönwetterperiode im Spätsommer und Herbst in den Plains und Prärien. Es ist damals die Zeit der großen gemeinsamen Jagden auf den Büffel gewesen, zu der  sich die Indianer in großen Familien und Stammesgemeinschaften trafen. Der Indian Summer ist nicht nur für Nordamerika typisch, sondern als Altweibersommer auch für Europa.
Indio Ursprünglich die Bezeichnung der ersten Weißen für die lateinamerikanischen Indianer. Bei uns nennt man alle Ureinwohner Mittel- und Südamerikas so. Im Gegensatz dazu verstehen die Spanier und Portugiesen unter diesem Begriff auch die Indianer Nordamerikas. Die "Indios" selbst betrachten dieses Wort als Schimpfwort.

 

J

Begriff Erläuterung
Jagdgründe Häufig verwendete Bezeichnung für Stammesterritorien oder von einzelnen Stämmen für sich beanspruchte Jagdgebiete, die oft heftig umkämpft waren.
Jicarilla Stamm der östlichen Apachen, der im Gegensatz zu den anderen Apachenstämmen nach ihrer Vertreibung aus den Plains unter dem Einfluss der Puebloindianer sesshaft wurde. Sie betieben wie die meisten sesshaften Bodenbau. An den bekannten Freiheitskämpfen der Apachen beteiligten sie sich kaum. Heute leben die ca. 1600 Jicarilla in einer Reservation in New Mexico meist von Viehzucht.

 

K

Begriff Erläuterung
Keule Eine der frühesten Nahkampfwaffen. Die Keule bestand allgemein aus einem Stock, dessen Schwerpunkt  oft mit Hilfe von Steinen oder später Eisen ans Ende verlagert war. Die Wirkung der Keule konnte durch Zuspitzung oder Verflachung der Schlagkante erhöht werden. Eine verbreitete Art der Keule war die Steinkopfkeule, ein roher oder bearbeiteter Stein, der an einem Schaft durch Verschnürung befestigt war. Keulen  waren bei allen Indianern bekannt und wurden oft als Tomahawk bezeichnet.
Kinnikinnik Eine Mischung aus Tabak und anderen pflanzlichen Teilen wie z.B. Weidenrinde, der zum Rauchen in den Pfeifen benutzt wurde. Der Ausdruck stammt aus der Algonkinsprache und ist in der Abenteuer- und Indianerliteratur wie so oft bei anderen Bezeichnungen dieser Sprachfamilie der Name des Tabaks aller Indianerstämme, siehe Squaw, Wigwam u.a.

 

L

Begriff Erläuterung
Llano Llano ist eine baumlose Hochgrassteppe in Latainamerika, die in etwa  mit der Prärie Nordamerika vergleichbar ist. In Texas und New Mexico heißt ein Plateau mit halbwüstenhaftem Charakter Llano Estacado.
Lange Messer Einer der Namen, den einige Stämme der Indianer Nordamerikas den  weißen Soldaten gaben. Wahrscheinlich stammt er von den Säbeln der englischen und französischen Kolonialsoldaten, der sich bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hielt, da auch die US-Kavallerie Säbel trug.

 

M

Begriff Erläuterung
Musik Die traditionelle Musik der Indianer ist stark religiös geprägt und meistens zweckgebunden (zeremonielle Tänze, Riten). Dominierendes Element ist der Rhythmus, dem die Melodie untergeordnet ist. Die Lieder sind überwiegend einstimmig. Nur selten weisen indianische Gesänge einen langen, festen Text auf, was nicht bedeutet, dass sie ohne Inhalt sind. Indianische Musik ist untrennbar vom Alltag der Ureinwohner Amerikas, drückt sie doch Lebensgefühle wie Freude, Trauer, Ängste und vieles mehr aus. Es gab praktisch für alle Bereiche des Lebens entsprechende Gesänge und Tänze. Das bekannteste Musikinstrument der Indianer ist die Trommel, da dem Rhythmus ja eine  wichtige Rolle zukommt. Zudem besitzen sie eine Reihe anderer Instrumente, die sie sehr effektvoll einsetzen, wie z.B. Flöten aus unterschiedlichen Materialen, Rasseln oder die weniger bekannten Schwirr- und Schraphölzer und einfache Streichinstrumente wie z.B. die Apachenfiedel. Moderne indianische Musik tendiert zum Wechsel- bzw. Parallelgesang und nutzt zum Teil verstärkt Elemente der Country und Westernmusik sowie der Rockmusik. In den letzten Jahren ist die sogenannte "Softindianermusik", die gern als esoterisch oder spirituell "verkauft" wird, sehr beliebt geworden.
Mahican Eigentlich müsste hier Mohikaner stehen, denn als solche werden die Mahicans in der deutschen Sprache und auch in der Abenteuer- und Indianerliteratur bezeichnet (Cooper, "Der Letzte Mohikaner"). Dieser algonkinsprechende Stamm des Waldlandes lebte am oberen Hudson River vom Fischfang und Maisanbau. Sie wohnten in rechteckigen Häusern mit gewölbtem Dach und waren sesshaft. Die Mahicans werden oft auch mit den Mohegan verwechselt, da diese ebenfalls zu den algonkinsprechenden Waldlandindianern gehörten und bis heute nicht ganz eindeutig ist, ob sie ursprünglich zu den Mahicans zugeordnet waren und sich später abspalteten oder gemeinsam mit den Pequot einen Stamm bildeten. Dies sei erwähnt, da der Häuptling Uncas, dem Cooper ein literarisches Denkmal setzte, zu den Mohegans zählte. Die Mahicans beteiligten sich als Verbündete der Delaware am Kampf zwischen den Franzosen und Engländern und wurden dabei fast völlig vernichtet.

 

N

Begriff Erläuterung
Niagara Wahrscheinlich Niagagariga, die Bezeichnung einer Siedlung von Angehörigen eines Stammes, der etwa 1650 von den Irokesen vollständig aufgerieben wurde. Einige Jahre später wird diese Bezeichnung von weißen Besuchern für die bekannten Wasserfälle gebraucht. Unterhalb der heute weltweit als Touristenattraktion berühmten Fälle errichteten die Franzosen mehrere Male Forts, die meistens Fort Niagara hießen.
Native Americans Die korrekte Bezeichnung der Ureinwohner Amerikas, da der Name Indianer auf einen Irrtum Kolumbus zurückzuführen ist und sie deshalb die Native American als Nennung vorziehen. In ihrer eigenen Stammessprache bezeichnen sie sich selbst oft als Menschen, wahre Menschen, Leute, das Volk u.ä. Zu den Native American zählen auch die Inuit (Eskimo) und Meti (kanadische Bezeichnung für ein Kind aus einer Beziehung zwischen Franzosen und Indianern).

 

O

Begriff Erläuterung
Outlaw Bezeichnung für einen außerhalb der Gesellschaft lebenden Gesetzesverletzer im Westen Nordamerikas, der eigentlich nur in der Indianerliteratur Kontakt mit den Indianern hatte. Auch schwer zähmbare, verstörte Pferde bezeichnet man als Outlaw, wahrscheinlich weil sie sich auch schlecht einordnen bzw. unterordnen lassen.
Opfer Das Opfer ist Bestandteil vieler Religionen der Welt und reicht von dargebrachten Speisen über Tierschlachtungen bis hin zu Menschenopfern, vor allem bei den staatenbildenden Völkern der Geschichte. Bei den nordamerikanischen Indianern bezog sich das Opfer meist auf kleinere Gegenstände wie Tabak oder Jagdreste oder kleine Teile des Essens, welche z.B. ins Feuer geworfen wurden. Allerdings könnte man die Selbstmarterung als Opfer betrachten. Über die Art und Größe der Opfer waren eher auch die Lebensumstände verantwortlich als die Religion, wobei es da ja einen Zusammenhang gibt. Die meisten Indianer konnten es sich nicht leisten, kostbare Opfer zu bringen. Nur einige der reicheren sesshaften Völker der Indianer  kannten das Prinzip der Menschenopfer, so z.B. die Tlingit im Nordwesten (hier tötete man Sklaven), die Natchez (hier wurden viele Menschen, auch Kinder beim Tod eines Häuptlings geopfert) oder das Morgensternopfer der Pawnee, bei dem ein "erbeutetes" Mädchen dem Morgenstern geweiht wurde.

 

P

Begriff Erläuterung
Plains / Prärie Zwei Landschaftsformen im Norden Amerikas, die etwa ein Gebiet von 4 Mill. km²  von Teilen Kanadas bis zum Golf von Mexico umfassen. Als Plains bezeichnet man das höher gelegene halbtrockene ebene Vorland der Rocky Mountains und das sich östlich anschließende Gebiet des langen Grases als Prärie im eigentlichen Sinne. Beide Formen haben baumlosen Steppencharakter, weshalb man in der deutschsprachigen Indianerliteratur oft auch  nur den Begriff Prärie verwendet. Die Plains/Prärien waren einst die "Weidegründe" riesiger Büffelherden, bevor der Weiße sie fast völlig ausrottete. Da diese Landschaftsformen sehr fruchtbar sind, werden sie heute überwiegend landwirtschaftlich genutzt.
Patchwork Zuerst von den Seminolen seit Jahrhundertbeginn hergestellte Decken aus Stoffresten. Ursprünglich nur eine Notlösung in Ermangelung der traditionellen Materialen, erfreut sich die Patchwork-Handarbeit heute überall großer Beliebtheit.

 

Q

Begriff Erläuterung
Quillwork Den Lesern von Indianerliteratur bekannte Art des Verzierens von Gebrauchs- und Kleidungsstücken. Bei dieser recht schwierigen aufwendigen Technik werden abgeflachte und gefärbte Stachelschweinborsten zu Applikationen durch Aufnähen, Flechten, Weben oder Umwickeln verarbeitet. Durch den Handel mit den Weißen kamen die Perlen nach Amerika und fanden schnell Verwendung beim Schmücken der Kleider, Decken, Leggins, Mokassins, Taschen, Messerscheiden u.a. Dingen des täglichen Lebens. Durch die einfacheren  Aufnähtechniken im Gegensatz zu den des  Quillens  wurden die Muster und Farben breitgefächerter und komplizierter. Heute besinnt man sich  aber auch wieder auf die Kunst des Quillens.
Quanah Parker Sohn eines Comanchenhäuptlings namens Nocona (Wanderer) und einer weißen Gefangenen namens Cynthia Ann Parker. Er lebte von ca. 1845 bis 21.2.1911. Aufgrund seiner kriegerischen Fähigkeiten wurde Quanah Häuptling seines Volkes bis zur Niederlage 1874. Danach vertrieb man auch diese Indianer nach Oklahoma. Parker riet dort seinen Leuten, sich den Weißen anzupassen, ohne jedoch dabei die alten Traditionen zu vergessen. Er selbst wurde ein erfolgreicher Geschäftsmann, der persönlich Teddy Roosevelt kannte und diesen Einfluss für die Begnadigung des Apachenhäuptling Geronimo nutzte.

 

R

Begriff Erläuterung
Reservationen Ersteres ist eine fälschliche Bezeichnung für indianische Reservationen in Nordamerika. Reservat bezeichnet ein Tierschutzgebiet und nicht den meistens erzwungenen Lebensraum für Menschen. Reservationen sind in den USA und Kanada den Indianern vorbehaltene und von der Regierung zugewiesene "Wohngebiete". Mit ihrer Errichtung war die Absicht verbunden, die Indianer von ihrem Land vertreiben zu können und damit besser unter Kontrolle zu haben. Die Vorläufer der Reservationen waren die sogenannten "Indianerterritorien", die ursprünglich nur für Stämme aus dem Südosten gedacht waren. Die Indianer der USA wurden vom Obersten Gericht 1831 per Schiedsspruch als "einheimische abhängige Völker im Zustand der Unmündigkeit" erklärt, die Vereinigten Staaten ernannten sich damit quasi  zum Vormund. Die Reservationen, welche oft aus völlig unfruchtbarem ödem Land bestanden, isolierten die Indianer von der übrigen Gesellschaft, wiesen sie auf die Gnade der Regierung an. Das heutige Leben der Indianer in den etwa 300 Reservationen in den USA (unterstehen heute direkt dem Bureau of Indian Affairs)  ist überwiegend von Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, hoher Kindersterblichkeit und Analphabetentum charakterisiert.
Rad Das Rad als solches wurde von den Indianern Nordamerikas nicht genutzt. Auch nach Kennen desselbigen verblieben sie bei ihrer Art des Transports.

 

S

Begriff Erläuterung
Squaw Ein Wort aus der Algonkinsprache, genauer gesagt aus der Sprache der Narragansett und bedeutet einfach Frau. Leider erfuhr die Bedeutung des Namens im Verlaufe des 19. Jahrhunderts eine negative Wandlung und wurde zum Schimpfwort. Heute ist der Name Squaw eine Beleidigung, denn darunter versteht man eine Prostituierte. In der herkömmlichen Indianerliteratur ist die nordamerikanische Indianerfrau oft ein untergeordnetes und unterdrücktes Wesen, das  "brav" hinter ihrem Mann herläuft oder als Gegenteil dazu eine kriegerische, schöne, stolze Prinzessin. In Wirklichkeit war das Leben, der soziale Rang irgendwo in der Mitte angesiedelt, wenn es natürlich auch beide Extreme gab, wie bei allen Völkern der Erde. Im Vergleich zu einer weißen Durchschnittsfrau jener Zeit ähnelte das Leben der "Squaw" weitgehend dem der Pionier-Urgroßmutter. Sie zog die Kinder groß, sammelte Nahrung, bereitete Mahlzeiten, errichtete Behausungen, betreute (oder heilte auch) Kranke, kurzum, sie kümmerte sich um den "Haushalt". Doch obgleich ihr Alltagsleben in vielen Dingen ähnlich war, genoss dennoch die Indianerfrau erheblich mehr Unabhängigkeit und Sicherheit als ihre weiße Geschlechtsgenossin.
Skalp Eine Trophäe der Indianer, meist bestehend aus der abgezogenen Kopfhaut oder einem Teil davon, der präpariert wurde. Aus magischen und religiösen Gründen war er vor allem bei vielen nordamerikanischen Indianern begehrt. Die Weissen dagegen skalpierten aus Lust und vor allem des Geldes wegen. Auch die Verbreitung des Skalpierens über weite Gebiete des nordamerikanischen Kontinents vollzog sich erst nach Ankunft der Weißen.

 

T

Begriff Erläuterung
Travois Transportmittel der Indianer der Plains und Prärien, z.T. auch benutzt von denen des Großen Beckens und des Plateaus. Es handelt sich dabei um eine Stangen- oder Tragschleife, die zuerst in kleinerer Ausführung von Hunden und seit der Verbreitung des Pferdes von diesem gezogen wurde. Das Travois ist eine Kombination von 2 A-förmig zusammengebundenen Tipistangen, deren schwere Enden auf dem Boden schleiften, und einer Zeltplane. Auf ein Travois konnte meist die gesamte Habe einer Familie transportiert werden. Bei den einzelnen Stämmen gab es gewisse Unterschiede hinsichtlich  der Länge der Stangen, der Befestigungsart und des Materials der Ladefläche, aber die Funktionsweise war bei allen gleich. Das Rad als Transportmittel haben die Indianer Nordamerikas nicht genutzt.
Tecumseh Bekanntester Häuptling (1768 - 5.10.1813) der Shawnee, einem algonkinsprechenden sesshaften Stamm im Ohio-Tal. Tecumseh erkannte mit als Erster, dass es zum Widerstand gegen das Vordringen der Weißen eines großen Bündnisses der Indianer untereinander bedurfte, und der viel für dieses tat. 1795 organisierte er ein Lager mehrerer Stämme in der Nähe des Zusammenflussses von Wabash und Tippecanoe River, um den Vertrag von Greenville anzufechten. Im Verlaufe dieser Handlungen kam es seitens seines Bruders Tenskwatawa zu einem übereilten Angriff auf US-Truppen, der seine Pläne vereitelte. Deshalb schloß er sich den Briten im Krieg 1812 an, um weitere Verbündete gegen die Expansion der Amerikaner zu haben. In diesem Krieg fiel er als Brigadegeneral in einer Schlacht am Thames River.

 

U

Begriff Erläuterung
Umiak Ein Umiak ist ein offenes Fellboot, das von den Inuitfrauen gerudert wurde und bis 8m lang und 1,50m breit sein konnte. Es diente als Transport- und Reisefahrzeug. In Alaska und im Norden Kanadas wurde es mit Paddeln fortbewegt. Im Gegensatz zum gedeckten Jagdkanu der Männer, dem Kajak, war es größer und offen, bestand aber aus dem gleichen Material.
Uaschitschun Auch Waschitschun genannt, ist die Bezeichnung der Plains- und Prärieindianer für männliche Weiße. In der Indianerliteratur wird dieses Wort fälschlicherweise oft mit Bleichgesicht übersetzt, dabei bedeutet es einfach nur "Geister", denn die Weißen in ihrer völligen Fremdartigkeit erschienen den Indianern nicht geheuer.

 

V

Begriff Erläuterung
Vier Die Zahl Vier galt bei den meisten nordamerikanischen Stämmen als heilig. Sie resultiert aus dem Kult der vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Wind, welche meist alle personifiziert wurden; den vier Himmelsrichtungen, die gemalt ein symbolisches Kreuz ergaben und oft mit den Farben Schwarz (Norden), Gelb (Osten), Weiß (Süden) und Rot (Westen) in Verbindung gebracht wurden. Am meisten wurde die Vier bei den Plains- und Präriestämmen verehrt.
Vaquero Ursprünglich indianische Rinderhirten in spanischen Missionsstationen, bis dann später alle Reiter auf den mexikanischen Großgrundbesitzen Vaquero genannt wurden. Die Vaquero waren die Vorbilder der Cowboys in Nordamerika.

 

W

Begriff Erläuterung
Wounded Knee Ort im US-Bundestaat South Dakota, der zweimal in der Geschichte der Indianer von Bedeutung war. Von religiöser Hoffnung durch den Geistertanz erfüllt, wurden 1890 dort 300 wehrlose Indianer - vom Minneconjou-Sioux-Häuptling Si-Tanka "Big Foot" (bekannt nicht so sehr wegen Taten, sondern wegen seines diplomatischen Geschicks) geführt - überfallen und samt ihrem Anführer wahllos niedergemetzelt. 1973 besetzten Mitglieder der  American Indian Movement unter Führung von Russel Means und Dennis Banks Woundet Knee, um auf die katastrophale Lage in der Pine Ridge Reservation aufmerksam zu machen.
Wapiti Rothirschart aus Nordamerika mit mehreren Unterarten, der es auf 250-450kg Lebendgewicht brachte. Wegen dieses hohen Fleischanteils und seiner fast völligen Verwertbarkeit wurde er von den Indianern sehr geschätzt. Außer als Nahrung diente er zur Herstellung von Kleidern, Taschen u.a. die Knochen und das Geweih zur Herstellung von Bögen u.v.m. Aus einer Wapitihaut erhielt man bis zu 12 Paar Mokassins. Sehr beliebt und kostbar waren die Zähne des Hirsches, die zum Schmücken von Frauenkleidern dienten und als Symbol für langes Leben galten. Der Wert eines solchen Kleides war sehr hoch und bedeutete für seine Trägerin einiges an Prestige.

 

X


Y
Begriff Erläuterung
Yuchi Ein fast völlig "verschwundener" Indianerstamm, der in den Gebieten der Staaten Tennesse und Georgia zu Hause war. Heute leben nur noch wenige Yuchi mit Angehörigen der Cree in Oklahoma.
Yei Eine wichtige Tanzfigur der Yeibichai-Zeremonien der Navajo, die göttliche Wesen darstellten. Der Yeibichai ist einer der wenigen öffentlichen Tänze diese Volkes, der den Höhepunkt und Abschluss einer bekannten Krankenheilungs- und Reinigungszeremonie bildet. Der Name des Tanzes wird synonym für die gesamte Handlung verwendet.

 

Z

Begriff Erläuterung
Zeichensprache Die Zeichensprache diente den Indianern Nordamerikas, die Hunderte verschiedener Sprachen und Dialekte gebrauchten, zur gegenseitigen Verständigung. Dabei bedienten sie sich symbolischer vereinfachter Hand- und Fingerzeichen. So wurde das Wort Tipi (Tee-Pee = Zelt) z.B. durch Kreuzen des linken und rechten Zeigefingers ausgedrückt. Diese Gesten ermöglichten es den Indianern vieler Sprachfamilien auch sehr komplizierte Begebenheiten zu "berichten". Selbst Verträge wurden bei Verständigungsproblemen auf diese Art geschlossen.
   
 
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